Franz Müntefering am 14. Oktober 2021 zu Gast bei Herbert Fandel 

 

Franz Müntefering gilt im besten Sinne des Wortes als Urgestein der SPD.

Als Mann der klaren und unverstellten Sprache, als kantig, manchmal stur, aber immer meinungsstark beschreiben ehemalige Weggefährten den Politiker und Menschen Franz Müntefering.

 

Kaum eine Führungsposition in der SPD wurde nicht irgendwann von Franz Müntefering besetzt. So war er von 98-99 Verkehrs- und Bauminister unter Kanzler Schröder. 1999 übernahm er schließlich den Posten des Bundesgeschäftsführers der SPD, bevor er von 2005-2007  zum Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales im Kabinett Merkel ernannt wurde.

 

Als Fraktionsvorsitzender der SPD (2002-2005) und mehr noch als Parteivorsitzender in den Jahren 04-05 und 08-09 lenkte er von der Spitze der Partei aus die Geschicke der Sozialdemokraten.

 

Als sich die spätere Parteivorsitzende Andrea Nahles 2005 in einer Kampfabstimmung gegen den ausdrücklichen Vorschlag Münteferings für den Posten des Generalsekretärs der SPD durchsetzte, kündigte Franz Müntefering seinen Rückzug an.

 

Nach der Krebserkrankung und dem Tod seiner Frau Ankepetra, die er bis zuletzt pflegte, kehrte der streitbare Politiker 2008 auf die politische Bühne zurück und übernahm nach dem Rücktritt Kurt Becks wiederum das Amt des Parteivorsitzenden der SPD.

Den bitteren und drastischen Verlust an Wähleranteilen seiner SPD erlebte Müntefering hautnah mit.

 

Müntefering, Jahrgang 1940, ist seit 2009 in dritter Ehe mit der 40 Jahre jüngeren Journalistin Michelle Schumann verheiratet.